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E-Book
Ein E-Book (elektronisches Buch) ist ein digital verarbeitetes Buch. Andere Abkürzungen lauten E-Buch oder eBook.
Entwicklung des E-Books
Wurden früher Texte? in Ton geritzt, in Stein gehauen, auf Papyrus? oder Pergament? geschrieben oder auf Papier gedruckt?, können sie seit dem späten 20. Jahrhundert auch digital umgesetzt und veröffentlicht werden. Manuskripte, die digital verarbeitet werden, nennt man elektronische Bücher, kurz E-Bücher, E-Books oder eBooks.
E-Books können im Internet besorgt und auf dem Bildschirm des Computers oder Laptops gelesen und ausgedruckt werden. Aber erst durch ein spezielles Lesegerät, auch E-Reader? oder nur Reader? genannt, das man wie ein Buch in der Hand halten kann, wird das E-Book für die Leser richtig interessant. Auf dem Bildschirm eines speziellen Lesegerätes, mit dem Gewicht eines Buchs, kann der digitalisierte Text des E-Books am besten gelesen werden.
Immer mehr Verlage gehen am Beginn des 21. Jahrhunderts dazu über, ihre neuesten Bücher als Printausgabe? und als E-Book gleichzeitig zu publizieren?. Für sie hat das E-Book den Vorteil, dass die Herstellung und der Vertrieb einfacher und damit kostengünstiger sind. Der Weg über die Druckerei?, den Großhändler? und die Buchhandlungen? entfällt. Damit können E-Books mit niedrigerem Preis an den Leser veräußert werden.
Gestalteten die ersten Buchdrucker? ihre Bücher durch Illustrationen bunt, so beginnt die Ära der E-Books in Schwarzweiß. Das gilt für die Schrift und die Bilder?. Eine farbige Darstellung ist am Beginn der neuen Technik noch zu teuer.
Foto: ShakataGaNai/ www.wikipedia.org.
Die Inhalte
Im Internet befinden sich diverse Marktplätze für das Geschäft mit E-Books, die sich entweder durch die Spezialisierung oder die Größe ihres Bestandes hervorheben. Je nach Anbieter haben die E-Books ein verschiedenes Arsenal von Büchern. Das reicht von Zeitung | Zeitungen]] über Romane bis hin zu Sachbüchern?.
Beliebt ist als elektronischer Lesestoff besonders Literatur, die vom Urheberrecht befreit ist. Möglich wurde das auch durch das freie internationale „Project Gutenberg?“, das mit rechtefreien? Texten in den 1970er-Jahren seine Arbeit aufnahm. Abgesehen von rechtefreien Büchern haben auch E-Books ihren Preis, genauso wie ihre gedruckte Ausgabe. Zumeist sind E-Books etwas billiger, da sie nicht die Herstellungskosten wie Bücher haben, die aus der Druckerei? kommen. Die kostenpflichtigen E-Bücher werden immer mehr. Besonders Fachbücher? werden verstärkt als digitalisierte Texte angeboten.
Die Nutzungsmöglichkeiten
Ein E-Book kann dem Leser durchaus mehr bieten als nur Text. Es können Bilder, Videos, Musik und Sprache? eingebunden werden. Ebenso Verknüpfungen mit Internetseiten. Damit wird das E-Book zum Multimedia?-Werk?. Das ist besonders interessant für wissenschaftliche Literatur. Beispiel: Der Historiker verlinkt seinen Text mit den entsprechenden Museen. Texte zu einem Komponisten können mit der geeigneten Musik verbunden werden, die man beim Lesen hören kann.
Verlag und Vertrieb
Angeboten werden auch Bücher im Kombi-Paket als Printausgabe und E-Book. Dies bietet eine bessere Recherchemöglichkeit?. Einige Verlage drucken in ihre Bücher Zugangscodes zum Herunterladen des gleichen Buches aus dem Internet. Eine gründliche Recherche ist im digitalisierten Text durch die Suchfunktion wesentlich leichter und schneller zu bewerkstelligen.
Bei E-Büchern kann der Verlag verschiedene Rechte für die Käufer festlegen. Das betrifft das Ausdrucken, Kopieren?, Zitieren? und Speichern. Manche Verlage bringen bei E-Books einen Kopierschutz? an.
Es entstehen Firmen, die sich auf die Produktion von E-Books spezialisieren. Sie bringen für die Verlage die Texte der Autoren in die digitale Form, die den Text lesbar auf den Bildschirm des Readers bringen. Sie übernehmen die Rolle der Gestalter, Setzer? und Drucker? bei den herkömmlichen Büchern.
Zu Beginn der E-Book-Ära sind die digitalisierten Inhalte vor allem bei Sach-? und Fachbüchern? gefragt. Hier können schon bald Gewinne erzielt werden.
Um E-Books und Reader bekannter zu machen, wurden besonders im englischsprachigen? Raum aktuelle Bücher für die Reader bereitgestellt. Der US-Autor Stephen King hat sogar für ein E-Book exklusiv die Novelle „Ur“ verfasst. Stephen Kings Titel sind alle per Download als E-Book zu bekommen.
Ging man am Anfang davon aus, dass das E-Book vielleicht das traditionelle Buch verdrängen könnte, nehmen die Verleger? inzwischen an, dass das E-Book einfach eine zusätzliche Variante ist, Lesestoff anzubieten. Schließlich konnten auch Radio, Kino?, TV und Internet das Buch nicht verdrängen.
Verleih von E-Books
Schon immer waren die angloamerikanischen Länder beim Thema Bibliothek und Ausleihe? weit vorn. Der Verleih von E-Books gehört in den USA um 2009 fast schon zum Alltagsgeschäft. Hier werden mit den E-Books auch gleich die Reader ausgeliehen. Die Bibliothek einer Bostoner Schule wurde komplett in ein digitales Learning-Center umgestaltet, in dem sich nur noch E-Books befinden. Der Schuldirektor argumentierte: „Betrachte ich gedruckte Bücher, sehe ich eine veraltete Technologie, wie es Schriftrollen? vor Büchern waren. Statt einer traditionellen Bibliothek mit 20.000 Werken? bieten wir Zugriff auf mehrere Millionen Bücher.”
Aber auch in den deutschsprachigen? Bibliotheken hält der Verleih von E-Books Einzug. Im Jahre 2009 liehen schon über hundert Büchereien? E-Books und E-Papers an ihre Benutzer aus. In den Hotels der USA werden als Service für die Gäste Reader bereitgehalten. Schwere Reiselektüre kann so aus den Koffern verbannt werden.
Die Reader
Die ersten erwähnenswerten Versuche mit nutzbaren E-Books auf Readern gehen in die Zeit um 2000 zurück. Es begann mit Lesegeräten, die mit einer CD arbeiteten, worauf einige Bücher gespeichert waren. Einige Jahre später können die E-Books aus dem Internet entweder indirekt über den Computer, direkt online oder per Mobilfunk auf den Reader gebracht werden.
Bei den Readern spielt die Technik eine große Rolle. Dazu gehören Dinge wie Bildschirm, Speicher, Tasten und Akku. Beim Bildschirm, auch Display oder Monitor genannt, sind die Größe, die Bildpunkte und die Graustufen für die Lesbarkeit des E-Books wichtig. Bei normalen Readern hat das Display ungefähr die Größe eines Taschenbuches. Die Größe wird in Zoll angegeben und diagonal gemessen. Die ersten Modelle haben 6 Zoll.
Durch die Zahl der Bildpunkte, auch Pixel genannt, und der Graustufen wird die Qualität der Texte? und Bilder bestimmt. Zum Lesen von digitalisierten Zeitungen? und Magazinen?, die man E-Papers? nennt, werden Reader mit einem größeren Bildschirm hergestellt.
Durch die Technologie des Elektronischen Papiers und der Nachempfindung des Eindrucks von Tinte auf Papier ist das Lesen auf dem Monitor für die Augen angenehmer.
Speichern, Umblättern und Vergrößern
Die ersten Reader für E-Books, die mit dem Internet zusammenarbeiteten, stattete man mit einem internen Speicher ab 256 MB aus, der die Speicherung von einigen E-Books zuließ. Mit externen Speichern kann auf Gigabytes aufgerüstet werden. So können auf einem Reader tausende von Büchern - wie in einem großen Buchregal? - abgestellt werden.
Ein Reader benötigt zum Lesen der E-Books Strom, der durch Akkus bereitgestellt wird. Mancher voll geladene Akku bei den ersten Readern schafft es, rund 7.000 Seiten? umzublättern? und hält rund 14 Tage.
Mit Tasten können beim E-Book Bemerkungen? zum Text? oder Lesezeichen? eingefügt werden. Außerdem blättert man damit um. Umblättern durch eine Wischbewegung auf dem Touchscreen, wie mit dem Finger auf dem Papier, ist am Anfang noch ein technisches Problem.
Manche Reader haben Lautsprecher und können den Text vorlesen?. Sie können auch Musik abspielen. Das ist auch per Kopfhörer möglich. Man kann bei Readern auch ein Mikrophon anschließen und Sprache aufnehmen.
Als neueste Reader-Entwicklungen werden zur Frankfurter Buchmesse 2009 jackentaschengroße und solche mit farbigen Bildern und Filmen dem Publikum präsentiert. Aus Taiwan kommt die Nachricht von einem Reader mit zwei Bildschirmen, die sich gegenüber liegen, wie die beiden Seiten? bei einem aufgeblätterten Buch. So will dieses Modell das normale Lese-Erlebnis mit einem Buch besser imitieren. Ähnlich wie die ersten Buchdrucker mit ihren beweglichen Lettern? das Schriftbild? der handgeschriebenen? Bücher nachempfanden.
Zu Beginn der E-Book-Ära gibt es noch viele verschiedene Datei?-Formate? wie TXT, RTF, PDF, Word und EPUB, mit denen die digitalisierten Worte? und Sätze auf das Display des Readers gelangen. Mit der Zeit kristallisiert sich wohl das EPUB-Format, eine Abkürzung für electronic publication, als das ideale Format für E-Books heraus. EPUB ermöglicht es, im Gegensatz zu starren Formaten, die elektronische Schrift der Monitorgröße von Readern anzupassen und die Schrift beliebig zu vergrößern?.
Akzeptanz
Am Anfang ist die Öffentlichkeit noch misstrauisch gegenüber der Qualität der neuesten Reader-Modelle. Sie werden von verschiedenen Institutionen untersucht und verglichen. Man schickt dabei sogar Personen im Alter zwischen 16 und 71 Jahren in ein Labor, damit eine Spezialkamera die Augenbewegungen der E-Book-Leser festhalten kann. Um die Bevölkerung mit den Readern besser vertraut zu machen, werden bei Werbeaktionen Reader an Testpersonen ausgegeben.
Die Zukunft des E-Books
In den USA, wo das E-Book schnell populär wurde, hat man schon 2009 darüber nachgedacht, die Schüler mit E-Books und Reader auszustatten. Man will sie damit motivieren und sich die Anschaffung von Schulbüchern ersparen.
Im deutschsprachigen Raum, wo man am Ende des 20. Jahrhunderts die Einführung der Computer in die Schulen halbwegs geschafft hat, ist das E-Book für Schüler nach Ansicht mancher Pädagogen noch Schnickschnack.
Während im englischsprachigen Raum die aktuellen Bestseller gleichzeitig als E-Book zu haben sind, muss im deutschsprachigen Teil der Erde der Weltraumheld Perry Rhodan? mit seinem Jubiläumsband 2500 für die Ausbreitung des E-Books kämpfen. Aber auch hier verstärken E-Book-Anbieter mit immer mehr aktuellen Bestsellern? den Kaufanreiz.
Nach der Meinung einiger Medienexperten könnten E-Books sogar das Internet verändern. Sie gehen davon aus, dass zahlreiche Gratisangebote wie beispielsweise Pressewebsites neben einigen freien Artikeln Abo-Modelle für tagesaktuelle oder Hintergrundinformationen anbieten werden. Voraussetzung dafür sind aber Reader mit einer großen Verbreitung und einheitlicher Software.
Ganz weit ihn die Zukunft gedacht: Eines Tages wird das gewünschte E-Book vielleicht unmittelbar vom Autor zu bekommen sein.
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